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Pressemitteilung:

22. Mai 2017

Ulrike Alex: Suizide im Alter verhindern – Hessen braucht ein Präventionskonzept

Senioren
„In Hessen gibt es kein Konzept für die Suizidprävention im Alter“, kritisiert die seniorenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Ulrike Alex. Dabei könne eine Anlaufstelle mit niederschwelliger Beratung gefährdeten Menschen und ihren Angehörigen helfen, Lebenskrisen zu überwinden und auch im hohen Alter ein erfülltes Leben zu führen.

Wie aus der Antwort der Landesregierung auf eine kleine Anfrage hervorgehe, seien gerade Männer über 60 Jahre gefährdet. „46 Prozent der Suizide entfallen auf die Altersgruppe der über 60-Jährigen. 73 Prozent der Selbsttötungen betreffen Männer, nur 27 Prozent Frauen. Bei den über 80-jährigen sind sogar 80 Prozent der durch Suizid verstobenen Menschen Männer“, stellte Alex fest.

Es sei anzunehmen, dass die Dunkelziffer erheblich höher liege. Denn scheinbar irrationale Verhaltensweisen wie Nahrungs- und Flüssigkeitsverzicht, gefahrsuchende Lebensweise oder bewusst missbräuchliche, über- oder unterdosierte Medikamenteneinnahmen seien schwer erkennbare Methoden des Suizids auf Raten. Darauf verweise auch die Tatsache, dass die Zahl der Suizide in Einrichtungen, in denen auf regelmäßige Ernährung und angemessene Medikamenteneinnahme geachtet werde, deutlich geringer sei als im häuslichen Umfeld.

„Wir brauchen dringend ein Konzept zur Suizidprävention für ältere Menschen. Hier reicht es nicht, auf allgemeine Hilfs- und Beratungsangebote zu verweisen. Wir müssen die gefährdeten Personengruppen erkennen und entsprechende niederschwellige Hilfsstrukturen aufbauen“, forderte Alex. Die gefährdete Altersgruppe werde weiter anwachsen und auch zunehmend alleine leben. „Das soll nicht heißen, dass jeder ältere allein lebende Mensch suizidgefährdet ist. Wir müssen aber zur Kenntnis nehmen, dass viele in dieser Altersgruppe Zukunftsängste haben. Angst vor Abhängigkeit, vor Pflegebedürftigkeit, vor Einsamkeit. Diese Angst müssen wir ihnen nehmen und ihnen Unterstützung und Beratung aktiv anbieten. Hierzu muss ein Konzept entwickelt werden, das ist Aufgabe der Landesregierung“, so Alex. Nichts zu tun, sei sträflicher Leichtsinn.


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