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Pressemitteilung:

02. Juni 2017

Lisa Gnadl: QualiBack ist ein Offenbarungseid für die Ausbildungspolitik der Landesregierung

Programm QualiBack
Die ausbildungspolitische Sprecherin und stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Lisa Gnadl, hat die Zwischenbilanz des Programms QualiBack als „Offenbarungseid für die Ausbildungspolitik der Landesregierung“ bezeichnet.

„Angesichts von 340.000 Beschäftigten in Hessen, die keinen Berufsabschluss besitzen, wäre ein effektives Programm in diesem Bereich eigentlich dringend nötig, denn ungelernte Kräfte arbeiten oft im Niedriglohnsektor, sind besonders häufig arbeitslos und beziehen im Alter oft sehr kleine Renten. Die Nachqualifizierung dieser Arbeitskräfte wäre ein Gewinn für die Betroffenen selbst und auch für die hessische Wirtschaft, die zunehmend Fachkräfte sucht“, so Lisa Gnadl.

Das Programm der Landesregierung QualiBack sei jedoch bereits in seiner Pilotphase gescheitert. Dies belege die Antwort auf eine Kleine Anfrage von ihr. „Nach Angaben des Wirtschaftsministers haben in den beiden Pilotregionen in den bisherigen drei Schuljahren seit dem Programmstart insgesamt ganze 20 Teilnehmer an QualiBack teilgenommen. Von diesen durchlaufen fünf zurzeit noch das Programm, acht Teilnehmer haben es abgebrochen und lediglich sieben Teilnehmer haben bisher einen Abschluss nachgeholt. Man kann das Programm daher nur als grandiosen Flop bezeichnen“, so Gnadl.

Auch die Ausweitung auf ganz Hessen werde wohl die Bilanz nicht verbessern: „Wie das Wirtschaftsministerium angibt, können inzwischen alle hessischen Berufsschulen beantragen, an dem Programm teilzunehmen. Das haben neben den Modellregionen bisher nur acht weitere Schulen gemacht und bei diesen acht Schulen hat sich bisher noch kein einziger Teilnehmer für das Nachqualifizierungsprogramm angemeldet“, fasste Gnadl zusammen.

Angesichts der 340.000 ungelernten Beschäftigten sei die Bilanz von QualiBack verheerend. „Das Programm hat eine Reichweite unter der Wahrnehmungsschwelle. Kaum jemand nimmt daran teil, und von den wenigen, die es tun, bricht noch mehr als die Hälfte ab“, bilanziert die ausbildungspolitische Sprecherin der SPD.

Für Gnadl liegt das Scheitern des Programms an der mangelnden Ausstattung „Die Landesregierung lässt sich für ein schön klingendes und auf den ersten Blick sinnvoll erscheinendes Programm feiern. Wenn man dann aber nachfragt, kommt heraus, dass die teilnehmenden Berufsschulen keinen zusätzlichen Cent für die Teilnahme an QualiBack erhalten. Folglich gibt es auch keine zusätzlichen Angebote, sondern die Nachqualifizierung soll in den regulären Berufsschulklassen zu den normalen Schulzeiten erfolgen“, zitiert Gnadl aus der Antwort des Wirtschaftsministers. Folglich müssten sich interessierte Teilnehmer für ihre Nachqualifizierung tagsüber von ihrer Arbeit freistellen lassen. „Das ist natürlich für alle Beteiligten maximal unattraktiv: Die Berufsschulen sollen ohne zusätzliche Mittel mehr leisten, die Arbeitgeber sollen ihre Angestellten von der Arbeit freistellen. Unter diesen Rahmenbedingungen ist klar, dass das Programm nichts werden kann. erfolgreiche Nachqualifizierung gibt es nicht zum Nulltarif“, so Gnadl.

Das Programm Qualiback läuft seit 2014 in den zwei Pilotregionen Untertaunus und Odenwald. Im Rahmen der Landesinitiative ProAbschluss soll das Programm an- bzw. ungelernten Beschäftigten ohne Berufsabschluss die Nachqualifizierung ermöglichen.

Dokumente:
Kleine Anfrage betreffend Erfahrungen mit dem Programm QualiBack

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