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Meldung:

Frankfurt, 10. September 2017

Die SPD-Frauen verleihen “Olympe de Gouges”-Ehrenpreis

Frau Irmela Mensah-Schramm für ihr Engagement ausgezeichnet
Preisübergabe: v.l.n.r Frau Irmela Mensah-Schramm, Frau Heike Hofmann, MdL, Frau Ulli Nissen, MdB (SPD Hessen-Süd)
Die SPD-Frauen des Bezirks Hessen-Süd haben am Sonntag im Haus am Dom den 15. „Olympe de Gouges“-Ehrenpreis an Frau Irmela Mensah-Schramm verliehen.

Seit über 30 Jahren kämpft die 72-jährige gegen „Hass-Schmierereien“ – indem sie diese selbst entfernt und andere auffordert es ihr gleich zu tun. Ihr Einsatz trifft dabei nicht immer auf Verständnis. Gewaltandrohungen aus der Rechten Szene bis hin zu Morddrohungen schaffen es nicht, die Preisträgerin einzuschüchtern. Sie dokumentiert die von ihr entfernten Aufkleber und Parolen. Die Ergebnisse wurden u.a. auf der Expo 2000 in Hannover ausgestellt.

„Dies passt genau zu der Tradition von Olympe de Gouges, Haltung zu zeigen gegen Menschenfeindlichkeit und für Solidarität und Humanismus“, erklärte Ulli Nissen, Vorsitzende der SPD-Frauen Hessen-Süd und Frankfurter SPD-Bundestagsabgeordnete. „Wir alle möchten doch die Welt ein bisschen besser machen. Oft sind es die vermeintlich kleinen, so naheliegenden Dinge, mit denen jeder oder jede von uns im Tagtäglichen etwas ausrichten kann. Irmela Mensah-Schramm sollte uns allen ein Vorbild darin sein, Verantwortung zu übernehmen und Haltung zu zeigen gegenüber jeder Art von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Menschenverachtung – jeden Tag“, forderte Nissen auf.

Rund 80 Frauen und Männer nahmen an der Verleihung teil. Aus gesundheitlichen Gründen konnte Dr. Herta Däubler-Gmelin, Bundesjustizministerin a.D., lediglich ein schriftliches Grußwort an die Ehrenpreisträgerin richten. Die Laudatio hielt deshalb die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Heike Hofmann.

„Sie sagen, die Menschenwürde hat den größten Wert überhaupt, dafür kämpfen Sie. Komme, was wolle. Man wünscht sich, dass es mehr Menschen gäbe, die so denken“, erklärte die justizpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion im hessischen Landtag.

Sogar ein Lied hat der Liedermacher Gerhard Schöne ihr gewidmet. „Die couragierte Frau“. Dieses wurde zur Überreichung des Preises gespielt als Irmela Mensah-Schramm dann zu ihrer Dankesrede selbst ans Mikrophon trat, Anekdoten erzählte und dazu aufrief, Verantwortung zu tragen, denn: „Wir alle sind verantwortlich für die Dinge, die wir widerspruchsfrei hinnehmen.“

Einen Tipp gab die Preisträgerin den Teilnehmern noch mit auf den Weg: „Gegen Edding hilft, wunderbar Nagellackentferner“, den habe sie immer griffbereit in Ihrer Handtasche.

Olympe de Gouges wurde 1748 geboren und starb 1793. Sie war die erste Frauenrechtlerin der Aufklärung und verfasste 1791 die “Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin”, die mit den Worten beginnt: “Mann, bist Du fähig gerecht zu sein? Eine Frau stellt Dir diese Frage. Sage mir, wer hat Dir die selbstherrliche Macht verliehen, mein Geschlecht zu unterdrücken?” Eine im wahrsten Sinne des Wortes lebensgefährliche Frage, denn Olympe de Gouges starb dafür während der Französischen Revolution unter der Guillotine. Die ASF Hessen-Süd und Frankfurt zeichnen mit dem „Olympe de Gouges“-Ehrenpreis Frauen aus, die mit Ihrer Tätigkeit und ihrem Engagement anderen Frauen Mut machen und für viele eine Vorbildfunktion sind.



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